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Hostavermehrung

Teilung:
Das ist die gängiste Methode für den Ottonormalverbraucher. Man muss Hostas nicht regelmäßig teilen um ihre Vitalität zu erhalten (wie z.B. bei Astern). Hostas sind erst richtig schön wenn sie etliche Jahre ungestört wachsen konnten (ähnlich wie bei Pfingstrosen). Teilung also nur, wenn der Nachbar unbedingt was haben will, oder man die eine Sorte an mehreren Stellen im Garten haben will.
Der beste Zeitpunkt dafür ist nach neuesten Erkenntnissen der Spätsommer (nach der Blüte). Frühjahr ist auch eine Möglichkeit. So gehts:

1) Zu teilenden Stock großzügig (!) ausgraben und die Erde mit einem scharfen Wasserstrahl von den Wurzeln waschen (damit man sieht was man tut!).

2) Überlegen, wieviele Teile es werden sollen, und wo die "Sollschnittstellen" sind. Geteilt wird mittels scharfem Messer. Manche Sorten sind so locker aufgebaut, dass man die einzelnen Teile einfach auseinanderziehen  /-brechen kann. Brutale Naturen nehmen einfach einen Spaten ;-)

3) Die kleinstmögliche Einheit hat ein Auge (sprich: eine Knospe aus der die Blätter kommen). Geschnitten wird immer zwischen den Augen (no na!). Das Rhizomstück durchtrennen, aber dann stopp mit schneiden! Die anhängenden Wurzeln mit den Händen auseinanderklauben / -ziehen um möglichst wenig Wurzelmasse zu verlieren. Es lässt sich eh nicht ganz vermeiden, dass einige Wurzeln draufgehen - that´s life! ;-)

4) Abgetrennten Teile eintopfen oder woanders einpflanzen oder dem Nachbar schenken....Rest der Mutterpflanze wieder einsetzen.

5) Wenn man sehr beherzt ist und einfach nur ein kleines Stück von einer großen alten Pflanze abtrennen will, dann kann man sich das Ausgraben sparen und einfach mit dem Spaten ein Stück aus dem Hostakuchen rausstechen (vom Rand weg). Das würde ich aber im Frühjahr machen, wenn die Triebe grad aus der Erde kommen. Sonst hat man den Rest des Jahren eine zerzauste Pflanze.

Wer eine bebilderte Anleitung haben will, der sollte sich bei den Hostafreunden einloggen und bei den Files schmökern ;-)

Aussaat:
Gleich vorweg: Hostasorten fallen eigentlich nie Samenecht (sprich: Die Nachkommen sehen nicht so aus wie die Mutterpflanze). Man muss schon ein bisschen Glück (und wahrscheinlich auch Geschick) haben, um wieder schöne Nachkommen zu bekommen. Die meisten meiner Sämlinge sind einfach nur grün (auch wenn sie von gelblaubigen oder blaulaubigen oder weißbunten Sorten stammen). Nur ein paar Ausreißer sind darunter, die bläulich schimmern. Es gibt natürlich ein paar Ausnahmen, so zum Beispiel die Sorte `Elegans` (eine sehr alte Sorte). Die Nachkommen sind (sofern kein fremder Pollen dazugekommen ist) alle relativ ähnlich - manche sind mehr blau als andere, aber man bekommt ganz schöne neue Pflanzen. Nix besonderes aber ok. Hosta ventricosa fällt (angeblich) ganz echt aus, sofern Fremdpollen ausgeschlossen wird.
Wenn man weißbunte Sorten züchten will, dann braucht man gestreifte Mutterpflanzen. Nur diese können die Farben weitergeben. Die Erbvorgänge bei Hostas sind ziemlich kompliziert, und ich versteh´s auch noch nicht so ganz, aber es is halt so ;-D

1) Samen sammeln: Die Samenstände erst ernten, wenn sie braun sind. Die Samen aus den Hülsen herausdröseln. Keimfähige Samen sind schwarz und der eigentliche Same ist dick und fühlbar. Am Samen ist ein schwarzes, papierenes Häutchen dran, dass wahrscheinlich so eine Art Flugkörper darstellt. Das kann man dran lassen oder entfernen - wie man will. Anschließend fülle ich die Samen in leere Filmdosen ein, beschrifte die Dosen und ab damit ins Gefrierfach! Da drin bleiben sie jetzt bis man sie anbauen will.

2) Ich beginne mit der Aussaat im Jänner, und die Sämlinge wachsen in der ersten Zeit unter Kunstlicht. Man kann aber auch einfach bis April warten - dann gibts schon genug Licht. Die Fensterbank ist auch eine Möglichkeit.

3) Man füllt ein brauchbares Gefäß mit Aussaaterde (Ich nehme kleine Töpfe, weil darin kleine Mengen seperat wachsen können. Große Saatschalen nur für große Mengen Saatgut.) Am besten feuchtet man die Erde vor dem Ausstreuen der Samen etwas an.

4) Auf eine halbwegs ebene Substrat-Oberfläche die Samen ausstreuen (das kann ruhig relativ dicht sein). Dann etwas andrücken

5) Die Samen etwas abdecken (höchstens ein zwei Millimeter). Dazu kann man Erde, Sand oder Perlite nehmen.Anschließend noch vorsichtig angießen bzw. beträufeln (ganz vorsichtig, sonst schwemt man alles fort ;-))

6) Jetzt kommen die Töpfe in Gefrierbeutel mit Zipverschluss (von toppits sind die glaub ich). Die Töpfe braucht man somit nicht gießen, da die Feuchtigkeit drin bleibt. Natürlich könnte da Schimmel entstehen. Deswegen tu ich beim Angießen etwas Benlate (ein Fungizid) dazu. Die Abdeckung mit Perlite scheint auch dem Schimmelbefall vorzubeugen.

7) Ich stelle die Töpfe dann auf ein Tablett. Das ganze kommt aufs Aquarium, da ich dort Bodenwärme für die Babies habe (durch die Lampe). Zur Keimung sollte es also schon warm sein. Die ersten Lebenszeichen hatte ich nach 10 Tagen, aber mann sollte schon mind. 14 Tage Geduld haben. Es kommt sehr auf die Temperatur, aber auch auf die Sorte an.

8) Die kleinen können in ihrem Säckchen bleiben. Sie übersiedeln aber jetzt zum Licht! Da die Pflänzchen ja wachsen, sollte man jetzt öfters mal kontrollieren, ob noch genug Feuchtigkeit da ist. Ist es zu feucht, dann lüftet man die Tüten ein paar Stunden aus. Je nach dem...

9) Wenn die Pflänzchen 2 Blätter haben, dann kann man sie pikieren (=jedem ein eigenes Plätzchen geben) Dazu kann man schon relativ nährstoffreiche Erde verwenden.

Die endgültigen Eigenschaften einer Hostapflanze kann man erst nach einem Jahr ungefähr abschätzen. Vorallem die Farbe ist bei jungen Pflänzchen noch nicht eindeutig festzulegen. Man kann jedoch sehr wohl Rückschlüsse auf die Wüchsigkeit ziehen.


Andere Methoden
In letzter Zeit wird die Vermehrung im In-Vitro Labor immer wichtiger. Durch diese Vermehrungsmethode ist es möglich, große Mengen neuer Sorten rasch auf den Markt zu bringen. Dabei entstehen manchmal durch spontane Mutation neue Sorten.

Natürlich ist das nur was für Spezialbetriebe, aber erwähnen wollte ich es doch. In den USA werden eigentlich alle Hostas schon so vermehrt. Bei uns ist das noch nicht so verbreitet, wobei in Holland und Großbritannien ebenfalls diese Methode auf dem Vormarsch ist.

Die Vermehrung durch Blattstecklinge oder Wurzelschnittlinge ist bei Hostas nicht möglich.

 

Wenn irgendwas unklar ist, oder euch irgendeine Info abgeht, dann schreibt euer Anliegen einfach ins Gästebuch oder schickt mir eine E-mail



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